Die feierliche Übergabe der Schenkung durch die Familie des Künstlers – durch Christine Lieberknecht und Eltern – an die Stifung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen im Dezember 2004 war Ausdruck der langjährigen Zusammenarbeit mit den Kunstsammlungen zu Weimar und ihrem Bauhausmuseum. Die Schenkung umfasst mehr als 240 Werke von Walter Determann und seiner Ehefrau Katharina (ein Gemälde, 165 Handzeichnungen, 27 Druckgrafiken, 29 Originalfotos, 17 Lichtpausen, Architekturentwürfe und Dokumente) sowie zahlreiche Skizzen und Entwürfe aus dem Zeitraum von 1913 bis 1931. Dazu stellte Michael Siebenbrodt, Leiter des Bauhaus-Museums, folgende Informationen zur Verfügung: Walter Determann (1889-1960) studierte nach ersten künstlerischen Versuchen in Dresden ab 1912 an der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule in Weimar und parallel dazu an der Großherzoglichen Kunsthochschule unter Leitung von Henry van de Velde. Bereits 1914 wurde er Meisterschüler an der Kunsthochschule und setzte nach dem Ersten Weltkrieg seine Studien am Staatlichen Bauhaus in Weimar unter Leitung von Walter Gropius fort. Mit seinem Engagement und zahlreichen herausragenden Entwürfen bestimmte er die frühe Aufbauphase des Bauhauses wesentlich mit. Davon zeugen nicht nur sein Wettbewerbsbeitrag zum ersten Bauhaus-Signet 1919 (heute im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar), sondern auch die Mitarbeit an der Studentenzeitschrift „Der Aufruf“. Zur Schenkung gehören zahlreiche Entwürfe zu „Volksmöbeln der Arbeitsgemeinschaft Determann“. Parallel zu den Visionen von Gropius zu einer Bauhaus-Siedlung verfolgte Determann mit Kommilitonen wie Eberhard Schrammen die Idee zum Aufbau einer eigenen Künstlerkolonie in Weimar. Daraus entwickelte er 1920 zwei Entwurfsvarianten zu einer Bauhaus-Siedlung (450 mal 350 Meter Länge) in Weimar, die heute als wichtige Etappe der Bauhausarchitektur gelten. Dieser wohl bedeutsamtste Teil der Schenkung mit Lageplänen und Gesamtansichten, mit Entwürfen und Modellfotos zum Verwaltungs-, Fest- und Ausstellungshaus, dem Haus für Körperschulung, Werkstattgebäuden, Internaten sowie Wohn- und Atelierhäusern für die Bauhausmeister dokumentiert zugleich die frühen Bemühungen von Gropius um eine Architekturausbildung am Bauhaus und der Kooperation mit der Weimarer Baugewerkenschule. Daraus entwickelten sich freundschaftliche Kontankte zu Meyer, der 1925 den Umbau des Hauses Determann plante, bevor der Bauhäusler Ernst Neufert wenige Jahre später Umbaupläne realisieren konnte. Walter Determann lernte seine spätere Ehefrau Katharina (Käthe) Ulrich an der Großherzoglichen Kunsthochschule Henry van de Veldes kennen, wo sie 1913 bis 1915 studierte. Die Sammlung von 48 Studienarbeiten aus der Ornament- und Farbenlehre sowie dem Werkzeichnen und der Architekturdarstellung dokumentiert in einmaliger Geschlossenheit den Unterricht dieser bedeutsamen Lehreinrichtung. Besonders das Übungsheft zur Farbenlehre belegt die wissenschaftlich und methodisch fundierte Lehre, die auf den Farbenlehren von Goethe und Runge bis zu Wilhelm Ostwald (Nobelpreisträger für Physik) basiert. Diese Kollektion ergänzt die Weimarer Sammlung zur Van-de-Velde-Schule in herausragender Weise und ermöglicht nun einen umfassenden Überblick über die gestalterische Grundlagenausbildung zu Form und Farbe, die wichtige Impulse für die Bauhauspädagogik vermittelt hat. Die Schenkung dokumentiert zugleich die jahrzehntelange Verbindung des Weimarer Künstlers Walter Determann mit seiner Heimatstadt. Nach zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen in Weimar seit den 1920er Jahren widmete ihm die Stadt 1961 und 1972 Personalausstellungen in der geschichtsträchtigen Kunsthalle am Goetheplatz. Ein großer Teil der heutigen Schenkung wurde bereits 1993 auf Initiative Lukas Determann (Apolda) den Kunstsammlungen zu Weimar als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt und konnte dadurch in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen einer weltweiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. |