Ein Leben für den Sport
Meister des Sports Hans Geupel
Was wäre Apolda ohne Sport, was die Sportler ohne den Meister des Sports Hans Geupel? Er wird dem Sport immer fehlen. Hans Geupel lebt nicht mehr. Er verstarb in der Nacht zum 29. Dezember 2000 im Alter von 77 Jahren. Er wird auf ewig den Namen „der Meistermacher“ tragen...
Im Juni 2001 erhielt das Apoldaer Stadion in einer festlichen Stunde den ehenden Namen “Hans-Geupel-Stadion”.
Meister fallen nicht vom Himmel, aber sie werden gemacht. Wer konnte besser darüber berichten als Hans Geupel, ein wandelndes Sportlexikon, der selbst Sportgeschichte schrieb. „Ein Vater, der mit Rat und Tat zur Seite stand, aber zugleich viel forderte“, sagte Wolfgang Hoppe, ein Sohn der Stadt, Ehrenbürger Apoldas und bester Bobfahrer aller Zeiten.
Hans Geupel entdeckte ihn im Tor, entwickelte ihn über den Weg der Leichtathletik und machte ihn zum Meister. Wie auch einen Matthias Trübner, Gerd Elze ... Unter den Fittichen von Hans Geupel wuchsen Sigrun Siegl und Christine Laser heran, die 1976 in Montreal den Doppelerfolg bei den Olympischen Spielen im Fünfkampf komplettierten. Welt- und Europameister lernten bei dem gestrengen Trainer Hans Geupel laufen, springen, werfen. Und siegen! So denken auch Uwe Lanfhammer (Stab) und Marco Liebeskind (Hoch) gern an die Zeit zurück, die ihnen alles gegeben, aber auch alles abverlangt hat.
Für den langjährigen Sportlehrer (1951-1965), den Kreisturnrat und TZ-Trainer Geupel war es schon immer reizvoll, der täglichen Kleinarbeit des Übens und Trainierens nachzugehen, Charaktere zu formen, Talente zu profilieren und den Weg zum Ruhm, zu olympischen Ehren und Lorbeeren, vorzuzeichnen. Diese Werte und diesen Weg bestimmten sein Handeln im einstigen Trainingszentrum Leichtathletik, dessen Leiter er war. Hans Geupel: „Aber jeder muß ihn allein gehen, sich erkennen und tausendfach überwinden. Der Sport fordert Willenskraft, Ehrgeiz und eiserne Disziplin und prägt oft Bescheidenheit - Tugenden, die ein ganzes Leben erhalten bleiben.“
Dabei sah es manchmal ganz harmlos aus, wenn Hans Geupel mit dem Notizblock auf den Sportanlagen oder in der Halle aufkreuzte ... Jahrzehnte seines Lebens gab er dem Aufspüren und Fördern von Talenten und lebte bis zum letzten Tag mit dem Erfolg seiner Schützlinge.
Der junge Bursche Hans kamm allerdings auf keinem leichten Weg zum Sport. Der sportliche Beruf war nicht vorgezeichnet, im Gegenteil. Eine komplizierte Beinverletzung stellte die sportliche Betätigung in Frage. Da gab es noch den Vater von Hans Geupel, den Trainer, der forderte, zwang, vorzeigte, mit den Mühen lebte, die Sorgen teilte.
Und auch hier gab der Erfolg die Bestätigung - bis ins hohe Alter. Hans Geupel kämpfte sich in die Reihe der weltbesten Tennisjungen Deutschlands, bis seine Entwicklung 1941 unterbrochen wurde. Sein Herz gehörte fortan der Leichtathletik, jeder Pulsschlag dem Sport und seine heimliche Liebe dem Tennis. Schließlich wurde er nicht ohne Grund Ehrenmitglied des Tennisclubs Apolda 90 e.V.
So wie der Sport nicht nur Erfolge bringt, waren die Jahrzehnte des Trainers, des Sportlers, des Ratgebers nicht nur auf Rosen gebettet. Erfolg und Niederlagen, Siegesfreude und Neid, Vorschlag und Ablehnung, Zuspruch und Widerspruch lagen in den Jahren dicht beieinander. Manches  der unliebsamen Erinnerungen wird in der Geschichte verwahrt ..., für die Zukunft bewahrt.
Der „Silberjunge“ Wolfgang Hoppe verlangte nach seinem Erfolg in Albertville und den Empfang in der Stadt Apolda nach seinem Trainervater. Erinnerungen. Gedanken an die Zeit, als Apolda eine Hochburg war bei der Nachwuchsförderung, die Hans Geupel sportlich fair und auch sachlich bewerte konnte. Der Erfolg gab bis zuletzt  Hans Geupel die Richtung seines Weges an.
Der festliche Höhepunkt „150 Jahre Sport in Apolda“ war ein würdiger und großartiges Anlaß, dem Meistermacher herzlich Dank zu sagen für sein langjähriges, erfolgreiches Wirken. Das kam bereits im Ehrenamt des Präsidenten des Turnvereins 1856 Apolda zum Ausdruck.
Hans Geupel wird nicht nur den Sportlern fehlen, sie werden ihn aber in besonderer Erinnerung behalten - als Trainer, Entdecker und Förderer des Sports.
Eine Tafel im Hans-Geupel-Stadion ehrt ihn und wird für lange Zeit bei den jungen Sportlergenerationen die Frage beantworten, wer der Sportler und Meistermacher war, der dem Apoldaer Stadion seinen Namen gab.

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