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| Hermann Fischer - Vorbild und Wegbereiter |
Der heute in Leuna lebende Lothar Fischer, Sohn des Ringers Hermann Fischer, besuchte im Jahre 2004 die Ausstellung im Glockenmuseum „Lebensläufe hinter Stacheldraht“ und übergab vordem schon Dokumente über die damalige Zeit, in der sein Vater und zwei weitere Verwandte insgesamt 23 Jahre in Zuchthäusern und im KZ Buchenwald inhaftiert waren. Lothar Fischer arbeitete in den 50-er Jahren selbst mit am Aufbau des “Denkmals für die Opfer des Faschismus” in der Apoldaer Bahnhofstraße. Anhand von Unterlagen ist belegt: Sein Vater erlernte den Beruf eines Zimmermanns und lernte bald die Not der Arbeitslosigkeit kennen.1936 wurde Hermann Fischer zusammen mit den Arbeitern Otto Kleine und Alfred Illgen verhaftet und für seine „kommunistische Tätigkeit“ zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im berüchtigten „Roten Ochsen“ in Halle verbringen mußte. 1938 arbeitete er wieder als Zimmermann und wurde illegal im Widerstand gegen den Faschismus tätig. Mit Kriegsbeginn gegen die Sowjetunion am 22. 06.1941 wurde er - gerade auf Montage in Jena - verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt. Zwei Jahre verbrachte er dort in der Baukolonne des Steinbruchs bis zur völligen Erschöpfung. Das Gewicht reduzierte sich von 60 auf 40 kg. Die illegale Lagerverwaltung rettete ihm dann durch leichtere Arbeit das Leben. Nach der Befreiung 1945 wurde er in Apolda Sekretär der Kriminalpolizei unter Leitung von Ernst Römer. Ab 1948 stellte sich Hermann Fischer der neugegründeten Sportbewegung zur Verfügung und wurde zunächst Instrukteur für Schwerathletik in Groß-Berlin. 1953 baute er den Ringerschwerpunkt in Leuna auf. 1968 wurde er Cheftrainer des Clubs und gleichzeitig Nationaltrainer für den freien Ringkampf. Hermann Fischer war Verdienter Meister des Sports. Als Ringer kämpfte er von 1945 bis 1953 auf der Matte. Mit 37 Jahren wurde er gesamtdeutscher Meister im Fliegengewicht. Hermann Fischer verstarb am 23. November1984 in Leuna und wurde vor mehr als 20 Jahren in Apolda begraben. Die Ringerhalle in der Herressener Straße trägt seinen Namen, womit ihm ehrendes Andenken gewidmet ist. |
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