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| 15 Jahre als Landrat im Dienste der Bürger |
Bienenfleißig für das Weimarer Land
Hinter dem Schreibtisch sieht das Leben ganz anders aus als vor dem Schreibtisch. Hans-Helmut Münchberg, Landrat des Kreises Apolda und nach der Gebietsreform Landrat im Kreis Weimarer Land seit 12 Jahren, nahm das in allen Jahren seines bisherigen Dienstes realistisch und inhaltlich auf. Vor dem Schreibtisch keimen Anerkennung, laute Kritik, werden energisch Fragen und Nachfragen gestellt, entwickelt sich auch der Ratschlag oder der Vorschlag, mit zur Lösung von Problemen beizutragen. Hinter dem Schreibtisch muß der Berg von Akten, Handzetteln, kleinen Notizen, Vorlagen, durchzusehendem Material – auch Presseartikel – klein und übersichtlich gehalten werden. Vor allem ist der Landrat bemüht, zeitnah Antwort zu geben. Welche Aktenberge auf dem Heimweg und zu abendliche Stunde ihn begleiten, wird den Bürger weniger interessieren. Er ist aber oft unerträglich groß und verkleinert mit jeder Seite den Fonds der Freizeit, besonders die Zeit für die Familie. (Seine politischen Konkurrenten sagen ihm mit Häme nach, er nähme sich waschkörbeweise Arbeit mit nach Hause – was Münchberg bestreitet.) Neben dem sprichwörtlichen Bienenfleiß für die Sache und das Weimarer Land schätzen Freunde wie Kritiker das akribische Vorgehen des Landrates in Sachfragen. Münchberg vermittelt das Gefühl, dass er weiß, wovon er redet, etwas, was er auch von seiner Umgebung streng einfordert. Bequem ist er nicht. Bis in das Detail werden so Themen wie Jugendklubs, Förder-Projekte und Müll-Entsorgung analysiert, weil ein Gesetzesfehler eben ein Fehltritt ins Abseits wäre. Schlimm auch für einige gewählte Abgeordnete, wenn der Appell an das Erinnerungsvermögen gerichtet ist. Dann hat der Landrat auch tolle Volks- und andere Weisheiten parat: Was heute richtig ist, muß gestern noch lange nicht gedacht worden sein – und umgekehrt ... Hans-Helmut Münchberg wurde 1948 in Apolda geboren, ist hier aufgewachsen und mit den Menschen und der Landschaft tief verwurzelt. Seit 1976 ist er mit Birgit Münchberg verheiratet, beide haben drei Kinder (24, 25,26) und den 30. Hochzeitstag im Jahre 2006. Nach dem Abitur folgte der Berufsabschluß als Tischler und in der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) die Ausbildung zum Raketenoffizier und Ing. für Elektronik (1967-1970), die mit dem Leutnantsdienstgrad endete. Münchberg wurde 1973 degradiert, als Soldat entlassen und aus politischen Gründen aus der SED ausgeschlossen. Immerhin gab es Arbeit im Kombinat Thüringer Obertrikotagen (TOA) in Apolda zunächst „zur Bewährung“ als Hilfselektriker (1973-1988) und später als Mitarbeiter Technik. Zwischenzeitlich erwarb er im Fernstudium in Gotha (1979-84) den Abschluss als Ingenieur für Hochbau. 1988 wurde die CDU-Mitgliedschaft besiegelt. Als Technischer Leiter arbeitete Hans-Helmut Münchberg nach der Wende vor seiner Berufung als Ratsmitglied für Umweltschutz/Wasserwirtschaft und Erholungswesen (1990) im VEB Zweckmode. Dies war an das Mandat der CDU gebunden. Ab 02.01.1990 nahm Münchberg das Amt als Ratsmitglied auf. In dieser Umbruchzeit (1989/90) verpflichtete der damalige Kreistag alle Ratsmitglieder bis zu einer Neuwahl in der DDR die Aufgaben wahrzunehmen. 1990 im April/Mai kandidierte Münchberg im Auftrag der CDU zu den Landratswahlen und erhielt mehrheitlich das Vertrauen. Bereits im September 1991 stellten Teile der CDU-Fraktion einen Mißtrauensantrag wegen „mangelnder Umsetzung der CDU-Politik“. Am 04. Februar 1994 trat der Landrat aus der CDU aus. Wer diese Persönlichkeit kennt, weiß um seine Hartnäckigkeit um Sachlichkeit und Klarheit, schätzt seine Weitsicht, würdigt seinen Ehrgeiz, gegen Dummheit und Arroganz zu Felde zu ziehen. Das begleitet ihn durch sein bisheriges Leben auch. Der Mann hat Ecken und Kanten. Die Bürger wählten ihn trotzdem am 23. Juni 1994 (als Einzelkandidat) und auch am 14.05.2000 erneut zum Landrat im Weimarer Land. Es lohnt sich, dem Landrat „auf's Maul zu schauen“, seinen Worten zuzuhören und seinen Argumenten zu folgen. Seinen Rat und sein Engagement schätzen die zahlreichen Vereine, auch wenn da und dort vermutet wird, er liebe besonders „seine Feuerwehr“. In gleicher Weise streitet er schon 15 Jahre für den Rettungsdienst und streitet auch heute um jede Haushaltsposition, die ein Warten auf den (finanziellen) Segen von oben keine Stunde zögern erlaubt. Er bietet schon wieder der Flachheit im beamtlichen Denken die Stirn und will bestimmte Handlungen nicht mehr verstehen. Das verstehen die Bürger, die längst Euphorie gegen Sachlichkeit und Ernüchterung getauscht haben. Die Liste der Erfolge auf der Haben-Seite wäre lang. Das neue Krankenhaus gehört dazu. Unbestreitbar sind die Anstrengungen in der Kreisverwaltung, effizient zu arbeiten und den Dienst am Bürger an die Spitze der Vorhaben zu stellen. Ein Service sozusagen als Grundeinstellung und Äquivalent für zu entrichtende Steuern. Der Umzug der Verwaltung in die ehemaligen Räume des TOA schuf dazu eine Voraussetzung. Zum Landrat gehört unbedingt der Streit mit den Gerichten, ein Ausdruck dafür, Dinge nicht einfach hinzunehmen. Der Streit mit sich klug dünkenden, nach unbedingten Oberwasser strebenden Menschen, ist auch ein Merkmal seines Charakters. Dazu gehört auch die Befähigung, das Beamten-Schiff des Kreises trotz der behäbigen Verwaltung im Land zielklar und zügig durch die Stürme und seichte Wasser zu lenken. Die Bewältigung der umfassenden Gebietsreform 1994 wäre ein weiterer Beleg. Landrat Hans-Helmut Münchberg, ein waschechter Pragmatiker, stellte sich erneut der Wahl als Einzelkandidat im Jahre 2006. Mit Erfolg. Viele anerkannten seinen Willen, noch eine Legislaturperiode den Menschen im Weimarer Land dienen zu wollen und nicht ausufern zu lassen, was die unzähligen bürokratischen Gesetze und Verordnungen ausbremsen. Am 19.12.2008 feiert er seinen 60. Geburtstag in Kapellendorf. Herzliche Anerkennung. |
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