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| Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar |
Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar Am Nordhang des Ettersberges gelegenes ehemaliges faschistisches Konzentrationslager. 1937 bis 1945 wurden etwa eine Viertel Million Häftlinge aus 19 Nationen in das KZ verbracht. Vor siebzig Jahren, am 15. Juli 1937, trafen die ersten 149 Häftlinge in Buchenwald ein. In einer Ausstellung ist die Bildgeschichte des Lagers zu sehen. Über 56 500 davon wurden ermordet. Ein Internationales Lagerkomitee organisierte am 11.04.1945 die Selbstbefreiung im Zeichen der heranrückenden amerikanischen Streitkräfte. Seit dieser Zeit steht die Uhr über dem Konzentrationslager still – sie zeigt 15.15 Uhr. Jährlich wird der Stunde der Befreiung gedacht. Auch 2007 zum 62 Jahrestag der Befreiung, die vom Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) Betrand Herz (77) aus Franreich geleitet wird. Häftlingsvertretungen aus 20 Ländern sagten sich in Thüringen an. Von 1945 bis 1950 war an gleicher Stelle ein sowjetisches Isolierungs- oder Internierungslager. Heute ist die Gedenkstätte der Öffentlichkeit zugänglich. Zu besichtigen sind der Lagerplatz, die Ringgräberanlagen und der weit in das Thüringer Land hinein sichtbare Glockenturm. Dessen Glocken, in der Glockenstadt Apolda von Gießereimeister Schilling gegossen, mahnen zu Frieden, Toleranz und Humanismus. "Durch Sterben und Kämpfen zum Sieg" ist die Botschaft des Mahnmals von 1958, das im Glockenturm und in der von Fritz Cremer geschaffenen davorstehenden Denkmalgruppe gipfelt. Das MEMENTO in Beton, das Mahnmal in Travertin mit Steinen auch vom unvollendeten nazistischen Gauforum. Die Gedenkstätte war auf dem Buchenwald am 14. September 1958 als erste ihrer Art auf deutschem Boden eingeweiht worden. Sie erinnert mit Glockenturm und mehreren Massengräbern an die 250 000 Häftlinge, von denen über 56 000 das KZ nicht überlebten. Mit der Neukonzeption in den 90er Jahren wurden neben den antifaschistischen Widerstandskämpfern Sozialdemokraten, Konservative, kirchliche Widerständler, Sinti, Roma und Homosexuelle neu gewürdigt. Offiziell wurden in der DDR die sowjetischen Speziallager nicht erwähnt. Bis 1950 wurden erneut 28 000 Menschen dort eingesperrt, von denen mehrere tausend starben. Eine Dauerausstellung zur Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 2 in Buchenwald wurde am 25.05.1997 eröffnet. Mitte August 2005 wurden die letzten 300 Meter der unter Denkmalschutz stehenden Straße zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar durch Weimars OB Dr. Germer und dem Direktor der Gedenkstätte Dr. Knigge übergeben. Den letzten originalgetreuen Abschnitt gab der Direktor der Arbeitsagentur Kurt Keiner frei. Damit fand eine einmalige Restaurierung ihren denkwürdigen Abschluss. Besonders anerkannt wurde, dass man Funktionalität der Straße mit den Erfordernissen des Denkmalschutzes in Einklang brachte. Die so genannte Blutstraße bauten die Häftlinge des KZ ab 1939 unter großen Opfern und Leiden. Der damals 14-jährige Häftling Gerd Schramm wohnte dem Anlass bei. Mahnung und Erinnerung – so eine Bedeutung der Straße. Die andere: Besucher nähern sich bedächtig auf dem Weg dem Grauen entgegen, können Kraft sammeln, denn noch immer ist unfassbar, was sich im KZ Buchenwald auf dem Ettersberg ereignete. Volkmar Knigge bezeichnete den Weg tiefsinnig als deutscheste aller Straßen ... "Wir wollen künftig öfter hierherkommen. Man verschrumpft in dem engen Hauswesen. Hier fühlt man sich groß und frei - wie die große Natur, die man vor Augen hat, und wie man eigentlich immer sein sollte." Goethes 1827 auf dem Ettersberg gesprochenen Worte werden von Buchenwald überschattet bleiben. Jährlich kommen 600 000 Besucher, so der stellv. Direktor Rikola-Gunnar Lüttgenau. Jährlich immer wieder sind Betroffenheit und die Erschütterung über das Geschehen in Buchenwald kaum zu beschreiben. Die nachfolgenden Generationen werden das Erinnern an das Grauen bewahren und auf ihre Art in die Zukunft tragen. |
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