Das Kritzchen
Nordwestlich von Sulzbach am Höhenweg „Auf der Marke“ befindet sich auf einem kleinen Hügel ein mittelalterliches Maltesersteinkreuz, das „Kritzchen“. Es ist 90 cm hoch, 105 cm breit und 29 cm dick bzw. stark. Auf seiner Vorderseite ist ein stilisiertes Beil eingehauen oder geritzt bzw. eingeschliffen. Sein Name hat es vom mittelhochdeutschen „kritzen“ oder dem althochdeutschen „krizzon“ - einritzen.
Die Steinkreuze sind Zeugen des mittelalterlichen Rechtsweges und werden deshalb auch als „Sühnekreuz“ bezeichnet. Sie entstanden vom Ende des 13. bis zum 16. Jahrhundert in den vielfältigsten Ausführungen. Die aus einem Steinblock gehauenen Kreuze geben nicht nur über die Materialfestigkeit Auskunft, sondern auch über die gesellschaftliche Stellung des Opfers. Meist wurden sie an Kirchen, auf Hügeln, unter großen Bäumen oder anderen markanten Stellen sowie an vielbefahrenen oder begangenen Wegen und Wegekreuzungen aufgestellt. So wurden die Vorübergehenden zu Gebet, Fürbitte oder zum Gedenken an die Opfer angehalten. Entsprechend der Tatwaffe wurden Messer, Spieße, Hämmer, Schwerter oder Beile in stilisierter Form abgebildet. In vielen Gemeinden lassen sich noch heute Sühnekreuze finden: in Obertrebra, Rödigsdorf, Oßmannstedt, Bad Sulza, Hammerstedt, Schöten, Zottelstedt, Kösnitz und in Kapellendorf.
Um das Kritzchen in Sulzbach rangt sich eine Geschichte, die noch heute Zeichen gegen Habgier setzt.

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