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| Weltweit verbreitet - der Dobermann-Pinscher |
Zum 11O. Todestag des Carl Friedrich Louis Dobermann Anläßlich des 100. Gedenktages 1994 sahen sich die Kreisvolkshochschule Weimarer Land (KVHS), der Dobermann-Verein und Partner in der Pflicht, das Leben und Wirken von Dobermann zu erforschen und einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Dem Namensgeber der weltweit bekannten Hunderasse Carl Friedrich Louis Dobermann (eigentlich Tobermann) wurde eine Ausstellung gewidmet, die bis Dezember 1994 in den Räumen der KVHS in Apolda gezeigt wurde (Dokumentation u.a. bei Herrn Hackel, Apolda). Die über 100-jährige Geschichte der Rassezucht ist von der Entwicklung Apoldas nicht zu trennen und bedeutet immer eine Reverenz an das Wirken der Dobermann- Freunde in aller Welt. Dobermann wurde als Sohn eines Wirkermeisters am 2. Februar 1834 in der Strickwaren- und Glockenstadt Apolda geboren. Strebsam und in verschiedenen Tätigkeiten ein fleißiger Bürger arbeitete er als Wirker, Abdecker, Hundefänger, Polizeidiener und Vollziehungsbeamter. Auf seinen Gängen in die Landgemeinden fehlten Hunde niemals in seiner Begleitung. Diese, scharf und gehorsam, wurden von den Einwohnern der Dörfer "Dobermann`sche Hunde" genannt. Sie hatten jedoch keine Ähnlichkeit mit dem heute weltweit bekannten Dobermann. Dobermanns Liebe zum Hund und seine Hundezucht war keinesfalls darauf gerichtet, den nach ihm benannten Dienst- und Gebrauchshund herauszuzüchten. Mit der Zucht und dem Verkauf von Hunden versuchte er lediglich, sein kärgliches Einkommen aufzubessern. Zum Apoldaer Hundemarkt 1863 stellte er seine Hunde zur Schau und bot sie zum Kauf an. Vor allem auf Grund ihrer Schärfe wurden sie zu vorzüglichen Wachhunden. C. F. Dobermann konnte noch vor seinem Tod den Erfolg seiner jahrelangen unermüdlichen Arbeit erleben; er hatte eine neue Hunderasse geschaffen. Seine Freunde setzten die Arbeit fort, und es vergingen noch viele Jahre, bis der stolze Hund "Dobermann" herausgezüchtet war. Als Dobermann am 9. Januar 1894 im Alter von 6O Jahren in Apolda starb, hinterließ er einen in der Gegend von Apolda beheimateten Hundestamm besten Gebrauchswertes. Der Züchter konnte zu Lebzeiten nicht ahnen, dass deren Nachfolger ihn einmal unvergessen und seinen Namen über den Erdball tragen würden. Auf einer im Jahre 1899 hier durchgeführten Hundeausstellung (Hundemarkt) wurde der Dobermannpinscher-Club, Sitz Apolda, gegründet. Der Gründungsort war die Schankwirtschaft „Zum Bergschlößchen“ in der heute noch so benannten Bergstraße. Sein 1. Vorsitzender war der Fabrikant Otto Göller aus Apolda. Die im Apoldaer Club organisierten Hundeliebhaber, Züchter und Halter vereinigte das Ziel, durch Stärke und Einigkeit gemeinsam den Weg zu gehen - was sich letztlich als sehr erfolgreich erwies. Die Züchter Otto Göller, Apolda, (Zwinger "von Thüringen"), Goswin Tischler, Apolda, (Zwinger "von Grönland") Gustav Krumbholz, Wickerstedt, (Zwinger "von Ilm-Athen") und andere ehrten mit ihren Erfolgen die Züchtungen früherer Jahre. Sie alle opferten viel Zeit und Mühe, verbesserten mit Hingabe und Leidenschaft den "Dobermann" und werden vielfach als die Initiatoren der Dobermannzucht bezeichnet. In fast allen Ahnetafeln sind ihre Zwingernamen zu Beginn dieses Jahrhunderts enthalten. Von Apolda aus fand der Dobermann Verbreitung in alle Erdteile. Die Ausstellung in der Heimatstadt des Dobermann trug dazu bei, den "Zuchtvater" und die Hunderasse regional und weit darüber hinaus zu würdigen und neue Popularität zu geben. Mit „Weimar 99 – Kulturhauptstadt Europas“ ging ein Ereignis einher, welches die Blicke von Weimar ein wenig auf Apolda lenkte: Die Weltmeisterschaft (Gebrauchshundeprüfung) im Mai 1999 im heutigen Hans-Geupel-Stadion. Dobermann-Züchter-Mannschaften (42 Teilnehmer aus 12 Nationen) wetteiferten am Geburtsort der Dobermannpinscher um Pokale und Plätze, wovon deutschlandweit die „Dobermann-Zeitung“ berichtete. Norbert Schulz mit Alfred von der Urftquelle (D) erkämpfte sich goldene Ehren. In der Apoldaer Stadthalle tagte der Vorstand des Dobermann-Vereins mit Sitz in München. Zusätzlich hatte der Präsident zur Gesamt-Mitgliederversammlung geladen. Auch das wurde als Hommage an die hier herausgezüchtete Hunderasse bewertet. Wenige Wochen später erfolgte im August 1999 in einem festlichen Akt im Zentrum Apoldas die Enthüllung eines Dobermann-Denkmals. Hundeschauen und Prüfungen der Dobermänner gehören wie auch die Dobermann-Club-Arbeit auf Kreis- und Landesebene zu den jährlichen Aktivitäten. Wiederholt regte Thomas Kümmel, Vorsitzender des Thüringer Familienhundevereins, Unternehmer und Chef der Hundeschule „Passion“ in Weimar-Schöndorf neue Aktivitäten an und meldete sich jüngst (11/2004) wieder zu Wort. Im Kern geht es um das Thema „Dobermann – Wirtschaftspotential für die Region“. Er regte für August 2005 ein „Thüringer Wochenende ganz im Zeichen des Dobermanns“ an, was ein lebhaftes Echo bei der Stadtverwaltung auslöste. Unterstützung wurde signalisiert. So etwas kann natürlich nicht vorbei am Verein stattfinden. Fachleute sind gefragt, wobei eine solche Initiative auch nicht zerredet werden sollte. Runde Tische lösten schon ganz andere Probleme ... Besitzer und Freunde des Dobermanns, Marketing-Experten (wie Kümmel selbst), Filmemacher, Fremden(ver-)führer, Plüschtierhersteller, Maler, Galeristen u.a. wurden hin und wieder angeregt, der Geburtsstadt des Dobermann den gebührenden Stellenwert zukommen zu lassen. Sonst gibt es verschenkte Potentiale ... Neben anderen Publikationen sei auch auf die „Apoldaer Heimat“ 1998 verwiesen, in der Ulrich Koch über den „Dobermann-Pinscher in der US-Army“ schrieb und einige Anregungen gab, wie in der Stadt Apolda die Hunderasse Dobermann weiter geehrt werden könnte. U.a. wünschte er, dass im Geburtsort des Dobermannpinschers in dauerhafter Form über „den wohl weltweit berühmtesten Apoldaer zu informieren (sei) und den Gästen sowie Dobermann-Freunden seine wirkliche Geschichte vorgestellt“ werde. Möge dadurch die Stadt Apolda und die Dobermannzucht neue Liebhaber und Freunde finden. |
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