Berühmte Frauen aus Apolda, Prof. Elisabeth Blochmann
Prof. Elisabeth Blochmann
Sorry! Jede Einschränkung auf die Apoldaer Frauen ist unzulässig, weil in Thüringen, Deutschland und in der ganzen Welt Millionen großartiger Frauen und hervorragende weibliche Persönlichkeiten lebten und leben. Ihnen allen gebührt besonderer Dank und Aufmerksamkeit – nicht nur am 8. März, dem Welt- oder Internationalen Frauentag.
Trotzdem sei mit den nachfolgenden Zeilen einer berühmten Frau gedacht, die von Apolda aus, dem Geburtsort, in die Welt ging: Elisabeth Blochmann (1892-1972).
Erneut ist einer Frau, der Schriftstellerin Eva Gehrken, zu danken, die im Jahre 2000 im Tauchaer Verlag das Buch  (ISBN 3-89772-20-5) „Thüringens berühmte Frauen“ beschrieb und ihnen damit zumindest ein literarisches Denkmal setzte. Neben Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt, Anna Amalia von Sachsen-Weimar, Marie Seebach, Eugenie John-Marlitt und Hannah Höch ist auch Elisabeth Blochmann, die Professorin aus Apolda, beschrieben.
Der Dank gilt der Unternehmerin Christine Berneis aus Apolda (APOTEX), die den Autor des Textes auf das Büchlein verwies und es freundlicherweise zur Verfügung stellte.
Die spätere Professorin wurde als Elisabeth Friederike Emma am 14.04.1892 als 1. Kind (die älteste von drei Schwestern) des Staatsanwaltes Dr. jur. Heinrich Blochmann (Jurist in Apolda) und seiner Ehefrau Anna Babette, geb. Sachs, in Apolda geboren. Die Mutter von Elisabeth war Jüdin. Der Schulbesuch erfolgte bis 1912 in Allstedt (damals Verwaltungs-Bezirk Apolda). Nachfolgend zog die Familie nach Weimar. Der Vater war im Range eines Geheimen Rates in Weimar als Staatsanwalt tätig. Elisabeth besuchte dort das Großherzogliche Sophienstift, legte die Reifeprüfung ab und absolvierte als Hilfsschwester beim Deutschen Roten Kreuz die Lehramtsprüfung. Im Jahre 1914 diente sie als Schwester im Kriegslazarett in Weimar und begann danach als Lehrerin am Großherzoglichen Sophienstift in Weimar ihre Tätigkeit. Es folgten Studienzeiten in Jena, Straßburg, Marburg/Lahn und in Göttingen. Das Staatsexamen für das Höhere Lehramt und die Promotion zum Dr. phil. erfolgten bis 1923. In Thale/Harz wirkte sie von 1923-1926 als Dozentin für Deutsch und Erziehungswissenschaften an der dortigen Sozialen Frauenschule und setzte sich intensiv mit den Erziehungsideen von Pestalozzi und Fröbel auseinander. Parallel zur Tätigkeit am Pestalozzi-Fröbel-Haus in Berlin und am Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht publizierte sie in der Zeitschrift „Der Kindergarten“. Im Jahre 1930 nahm sie als Professorin für Sozialpädagogik und Theoretische Pädagogik an der Pädagogischen Akademie in Halle das Lehramt auf, wurde aber schon bald (1933) auf Grund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ (aus rassischen Gründen) entlassen. Zu ihrem Kollegenkreis in Halle gehörte der 1944 als Widerstandskämpfer hingerichtete Adolf Reichwein, der in Jena mit einer Namensgebung einer Schule geehrt wird. Ihr blieb nur der Weg der Emigration über Holland nach England, zunächst als Lektorin und Dozentin für deutsche Literatur und Pädagogik am „Lady Margret Hall College“ Oxfort, später an der Universität Oxfort.  
Im Jahre 1947 wurde sie britische Staatsbürgerin. Die Professorin (die erste weibliche überhaupt, die auf einen Lehrstuhl für Pädagogik berufen wurde) kehrte mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches nach Deutschland zurück und lehrte ab 1952 an der Universität Marburg/Lahn.
Elisabeth Blochmann sind zahlreiche Veröffentlichungen z.B. in „Die weibliche Bildung“ sowie die Bücher „Das Frauenzimmer“ und „Gelehrsamkeit“ zu danken. Die Professorin starb hochgeachtet im Januar 1972 in Marburg.  
Es ist nicht bekannt, ob sie nach dem Exil ihren Geburtsort Apolda oder die Klassikerstadt und Wirkungsstätte Weimar wieder aufgesucht hat.

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