10 Jahre Kunsthaus in Apolda

Wirtschaftsfaktor, integratives Netzwerk und kulturelle Begegnungsstätte

Seit Eröffnung des Kunsthauses im Jahre 1995 besuchten weit über 230 000 Gäste aus ganz Europa die kleine thüringische Stadt Apolda.
Es gibt keinen Grund, an weiteren 10 Jahren Bestand zu zweifeln, zumal in die Zukunft gedachte Sanierungspläne auf dem Tisch liegen und der Realisierung harren. Was aber wäre, könnte das Kunsthaus aus finanziellen Gründen den Bestand nicht mehr sichern? Ginge ein Aufschrei durch die Reihen der Bürger der Stadt? Würde es so etwas geben, wie beim Bau des Viaduktes, wo die Kraft der Unternehmer besonders aus der Textilindustrie die Trassenführung durch Apolda bestimmte?
Bis Dezember 2006 ist es mit regionalbezogenen und internationalen Projekten „ausgeplant“. „Karl Lagerfeld“ und „Aristide Maillol“ im Jahre 2005, „Picasso's Frauen und Cocteau's Männer“, „Johannes Grützke“ und die legendäre „Camille Claudel“ im Jahre 2006 belegen, wie sich aus einer Idee ein bürgerschaftlich getragenes Unternehmen entwickelt hat, das mittlerweile für Qualität und Kontinuität steht und von einem weit verzweigten Netzwerk getragen wird.
Das bedeutet großzügig gerechnet: noch einmal kämen rund 60-80 000 Gäste in unsere Stadt!  Das Kunsthaus erhöht die Attraktivität der Stadt deutlich und wird vor jeder Ausstellung betont. Die Einladung ins Thüringische eingeschlossen.
Das Haus, gelegentlich auch Kunstvilla genannt, ist eine Folge derer, die sich im Februar 1994 in der ersten Tiefgarage Thüringens in Apolda mit „Höhlenmalerei“ versuchten und mitleidig als „Verrückte“ belächelt wurden.
Vielleicht ist es schon fester Sprachgebrach und sehr werbeträchtig: die Toskana des Ostens entstammt genau dieser Zeit und wurde von dem gleichen Personenkreis geprägt. Sie initiierten das Oldtimer Schlosstreffen, brachten den Investor für das heutige Hotel am Schloss, aktivierten die Händler und installierten die Aktionsgemeinschaft Apoldaer City, ließen die Kölner Domglocke in Wort und Film deutlicher erklingen und haben auch das mittlerweile zweite Weltglockengeläut „zu verantworten“.
Jährlich strömen etwa 25 000 Besucher zum Kunsthaus, kommen ins gegenüberliegende Glockenmuseum, die Ausstellungsbaracke „Olle DDR“ eingeschlossen, in die Glockenstadt, verwenden die Bahnhofstraße gelegentlich zur Parkstraße und ließen den Begriff „Kunstmeile“ zurück. Dabei ist das Kunsthaus nicht einmal „Typisch“ – kein Museum und keine Galerie. Im 10. Jahr kann mit Stolz von einer internationalen und kulturellen Begegnungsstätte gesprochen werden. Allein die Summe der Ausstellungen ringt Hochachtung ab. Bedeutender ist aber der Zuwachs an Identifikation der Apoldaer mit „ihrem“ Kunsthaus, was gerade in diesen Tagen (und ab dem 17. Januar 2005, Ausstellung Clemens Gröszer erst recht) voller Stolz dem Familienbesuch gezeigt wird.


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