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| Das Wappen der Stadt Apolda |
Für die Apoldaer und seine Gäste aus nah und fern soll die Geschichte zum Wappen erzählt werden, weil seine Entwicklung interessant ist und die Entstehung selbst über die Geschichte berichtet. Im Althochdeutschen heißt "aphultra", im Angelsächsischen "apuldre" - der Apfelbaum. Vielfach ist bekannt, dass der Ort 1180 unter dem Namen Appulen vorkommt. Damit erhärtet sich die frühere Annahme über die Bedeutung des Namens, der soviel wie Apfelaue bedeutet. Es gibt keine Beziehungen zu Sneewittchen (Schneewittchen) und dem wunderschönen Apfel, der halbseitig vergiftet war. Auch Frau Holle mit dem Apfelbaum oder ihrer Apfelaue vor dem Backofen stand nicht Pate. Der Apfelbaum selbst aber spielt bei den Sagen um Frau Holle, bei Zwergen, Elfen und Hexen eine große Rolle in der Geschichten und Sagen im Thüringer Land. Vor der Bibelübersetzung durch Luther 1519 auf der "Wartburg" bei Eisenach war die deutsche Sprache noch nicht kultiviert und unterlag durch die mundartlichen Überlieferungen und nur geringen Aufzeichnungen zahlreichen Wandlungen. Unnatürlich wäre auch die Verbindung oder Ableitung von "Apollo". Das Hauptbild ist und bleibt von der ältesten bis zur jüngsten Darstellung der Apfel bzw. der Stamm eines Apfelbaumes. Bereits 1242 hatte der Vicedom Theodericis im Wappenschilde einen Apfel, der bis hin zur Umschrift den ganzen Raum ausfüllt. Dietrich, genannt der Sachse, zeigte 1269 im Siegel einen geteilten Schild im oberen Feld einen Apfel, im unteren ein Kreuz. Vielleicht stand dies in Beziehung des seit 1198 wirkenden geistlichen Ritterordens im Kampf gegen die "Ungläubigen". Zur Tracht gehörte ein weißer Mantel mit schwarzem Balkenkreuz. 1349 dagegen führt Theodericus Vitzthum in Appolde einen Schild mit einem Zweig im Wappen. Dieses änderte sich später zu einem Zweig mit drei Äpfeln. Das Wappen ist somit ein "redendes" Zeichen und kein künstlich gesuchtes, wie etwa beim Löwen oder Adler. Einige frühere Chronisten und Schriftsteller, so die ältesten Aussagen, behaupten, die ehemalige Herrschaft Apolda habe "drei Paar Aepfel auf weiß-silbernem Schilde" geführt. Albinius begründete 1594 seinen Widerspruch in einer Chronik von Meißen. Er gibt das Wappen in der Form wider, wie es in den ältesten, noch heute erhaltenen Siegelabdrücken der vormaligen Herren von Apolda und heute noch auf einem alten "Leichensteine in der Kirche" (Martinskirche) zu sehen ist. Unter selbigen sechs angebrachten Wappenschildern ist das mittelste auf der rechten Seite das Vitzthumsche. Es besteht aus einem Schilde, darauf ein abgehauener Apfelzweig von der linken zur rechten Hand schräg aufsteigend und nach unten zwei, nach oben einen Apfel tragend. Über dem Schilde erhebt sich ein gekrönter Helm, aus welchem senkrecht derselbe Zweig mit seinen drei Äpfeln aufsteigt und auf diesem wiederum drei Straußenfedern. Aus dem colorierten Bild sind die Farben der ehemaligen Herrschaft Apolda auf dem Wappen leicht abzuleiten: Goldener Grund und darauf schwarz und rot. Die früheren Herrn von Apolda blieben aber in der Richtung des Apfelzweiges auf dem Schilde nicht gleich, denn schon Christof von Vitzthums Söhne haben in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Wappen den Apfelzweig von der Rechten zur Linken aufsteigend, und so wird das Wappen noch heute von der Familie Vitzthum von Egersberg in Böhmen (1868) geführt. Auch sie betrachten Apolda als früheren Stammsitz. Die ältesten Abdrücke des Stadtwappens unterscheiden sich von jenen insofern, als hier ein abgehauener Stamm mit sichtbaren Wurzeln auf dem Schilde befindlich ist. Die an den Seiten ausgesprossenen Zweige sind in späterer Zeit hinzugefügt worden. Eines der ältesten Stadtwappen ist im Jahre 1559 am Rathaus beim Bau über der Tür angebracht. Es ist aber nur ein Baumstamm mit den Wurzeln, an welchem links ein und rechts zwei Stumpfe von abgehauenen Ästen, aber ohne Zweige und Äpfel sichtbar sind. Sollte das vielleicht auch ein redendes Zeichen für die damals unter schwerem Druck ihrer Zwingherren seufzende Stadt sein, dass den Bürgern und Einwohnern nur der leeren dürre Stamm geblieben, während die Herren die Äpfel pflückten? Heute findet der Besucher der Stadt beim Spaziergang am ehemaligen Ratskeller in der Schleiergasse, an der Pestalozzischule, an der Sparkasse und im Rathaus das Wappen als steinernen Zeugen. Eine sehr schöne Kopie aus Holz (mittlerweile auch Jahrzehnte alt) wurde lange Zeit im Stadtarchiv aufbewahrt und ziert nun wieder die "Amtsstube" des Bürgermeisters. Eine lange Geschichte, die mit dem Wappen verbunden ist und bei älteren Zeitabschnitten nur Vermutungen zuläßt. Sie gehört zu Apolda und wird in diesen Tagen um viele Seiten interessanter. Am 5.1.1875 veröffentlichte das "Apoldaische Wochenblatt" die Bekanntmachung eines Ministerialerlasses mit der endgültigen Festlegung des Wappens der Stadt Apolda: "... in goldenem Feld einen schwarzen Stamm, der oben abgehauen ist, an den Seiten aber wieder grüne Blätter treibt - wie nach Inhalt der hier wieder angeschlossenen Acten das noch jetzt geführte städt. Siegelpetschaft von 1741 und im wesentlichen auch das (über dem Rathaus) über dem Rathsstuhle in der Stadtkirche zu Apolda befindliche Stadtwappen von 1687 ist ..." Das heute verwendete Stadtwappen (auf allen offiziellen Schreiben, den Flaggen usw.) gestaltete der Apoldaer Grafiker Helmut Lorenz im Auftrag der Stadtverwaltung. Es unterliegt dem Schutz der Stadt. Die Verwendung ist in einem Beschluss des Stadtrates geregelt. |
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