| Neues Heft Apoldaer Heimat 2005 Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest ist das Heft der "Apoldaer Heimat - 2005" (23. Jahrgang) erschienen und kann bei Buch-Habel, in der Tourist-Information Apolda, im Glockenmuseum, im „Hotel am Schloss“ und Hotel 2 Länder“ sowie im Juweliergeschäft Klören erworben werden. Erneut legte ein Autorenkollektiv eine interessante, ansprechende und historisch wertvolle Arbeit vor. Erwähnenswert ist, dass alle Textautoren und Fotografen auf das Honorar verzichten und damit einmal mehr ihr Engagement für die Stadt zeigen und das Erscheinen der Publikation ermöglichen. Das Titelbild zeigt als Tuschzeichnung von Gerd Schnetter, dem Apoldaer Maler, der wiederholt die Titelgestaltung bewirkte. Zu sehen sind die Eingangsportale des Apoldaer Stadthauses. Diesem ist der Beitrag von Dr. Thomas Bahr und Karl-Heinz Bettenstädt (die lebendige Chronik) gewidmet. Geschildert wird der Weg vom Beginn der Planung 1899 bis zur Fertigstellung 1910 als Sparkasse und Standesamt, die Nutzung durch die Stadtverwaltung, als sowjetische Kreiskommandantur, als Sitz der Kreisleitung der SED bis zur jetzigen Nutzung durch die Stadtverwaltung. Dr. Dieter Ullmann berichtet über Grabplastiken der bedeutenden Künstler Peter Christian Breuer, Hans Dammann und Arthur Lange auf dem Apoldaer Friedhof. Ein beigefügter Lageplan des Friedhofs erleichtert den Rundgang, um die genannten Kunstwerke selbst aufzusuchen. Für einen späteren Artikel wäre interessant, welche Persönlichkeiten dort Ruhe fanden, etwa Kronfeld. Über die Beziehungen des berühmten deutschen Komponisten Georg Philipp Telemann zum Dorfe Wormstedt hat Ingo Reimann geforscht. In Wormstedt war Telemanns Bruder als Pfarrer tätig und nahm später die verwitwete Mutter auf. Deren Grabstein konnte soeben identifiziert werden. Bei einem Besuch entstand eine Kantate, die kürzlich zur Aufführung in der Kirche zu Wormstedt kam. Als nach dem großen Glockensterben in den beiden Weltkriegen der Bedarf an neuen Glocken sehr groß war, aber keine Bronze zur Verfügung stand, ließ die Glockengießerfirma Schilling in der Firma Lattermann in Morgenröthe-Rautenkranz Glocken aus Eisenhartguss gießen. Die Apoldaer Glockengießerei übernahm Klanganalysen, Konstruktion, Werbung und Vertrieb. Der Verfasser Ernst Fauer gibt eine Übersicht, wo sich in unserer Umgebung solche Eisenhartgussglocken befinden. Heike Schlichting schrieb in Auswertung der Sonderausstellung im Museum über das Familienunternehmen Alfred Ruppe und Sohn, in welchem u. a. die Personenkraftwagen "Piccolo", "Mobbel" und "Apollo" konstruiert und hergestellt wurden. Lediglich Lampen und Reifen wurden von auswärts bezogen. Ein Nachdruck aus dem Firmenkatalog von 1908 beschreibt einen Rundgang durch die "Piccolo"-Werke. Dieser Text ist auch im Hinblick auf das bevorstehende 13. Apoldaer Oldtimer Schlosstreffen und den jüngsten Erwerb eines „Mobbel“ (einzylindriger Zweisitzer mit 6 PS) aus den Apoldaer Apollo-Werken (1910, letzte Baureihe) durch einen Unternehmer beziehungsreich. Abschließend gibt Dr. Thomas Bahr eine Rückschau auf die Entstehung des Films "Wo der Zug nicht lange hält". Interessante Fotos aus dem Stadtarchiv illustrieren die Dreharbeiten 1959 in Apolda. Im Jahre 2005 kam dieser Film mehrfach und immer vor reichlich Publikum zur Aufführung. Offensichtlich fanden „in Erinnerung an damals“ mehr Besucher an dem Streifen Gefallen als zur Entstehungszeit. Mit dem vorsichtig genannten Begriff „Filmstadt Apolda“ ist die Absicht verbunden, im Jahr 2006 die Mehrzahl der Filme zu zeigen, die in Apolda bzw. im Umland entstanden oder hier in der Region Drehorte waren, etwa das Schloss Kromsdorf im DEFA-Film „Mir nach Canaillen“ mit Manfred Krug.
Foto: Genau vor einem Jahr (2005) fand Anja Kott (35) in der Glockenstadt eine neue Apoldaer Heimat. Ein guter Grund die gleichnamige Schrift zu präsentieren und den Gästen des „Hotel 2 Länder“ zum Kauf anzubieten. |