Apoldaer Heimat
Neuauflage zum Weihnachtsfest 2004

Gerade zur rechten Zeit für ein passendes Weihnachtsgeschenk und einen Gruss aus der Heimat ist das neue Büchlein der „Apoldaer Heimat“ für das Jahr 2004 erschienen. Immerhin ist es bereits der 22. Jahrgang der Veröffentlichungen der Arbeitsgruppe Heimatgeschichte im Apoldaer Kulturverein und wurde bis zur Wende 1989 durch den Kulturbund Apolda besorgt.
Auf 48 Textseiten werden interessante Details aus der Geschichte der (Kreis-)Stadt und seiner umliegenden Orte beschrieben und per Foto oder Grafik dargestellt.
Das 100-jährige Jubiläum des Bismarckturmes in Apolda bildete den Schwerpunkt „Bismarcktürme“. Auf der Titelseite widmet Maler Gerd Schnetter dem Jubilar  eine Tuschzeichnung. In der Schrift wird auch auf den früheren Aussichtsturm bei Bad Sulza eingegangen, der häufig als Bismarckturm bezeichnet worden ist. Keine Erwähnung fand der Turm auf dem Sperlingsberg bei Kapellendorf, der als Bismarckturm (Architekt Wilhelm Krebs?) noch bei Pfarrer Freitag (Weihnachten 1928, Hugo Blume Apolda) erwähnt wird, aber als Gedenktum von 1806 in die Geschichte eingegangen ist und 1906 zum 100. Gedächtnisjubiläum der Schlacht von Jena und Auerstedt in den Blickpunkt rückte.
Die Ausgabe „Apolda“ lenkt die Aufmerksamkeit naturgemäß immer wieder auf die Glockenstadt und leistet einen Beitrag über das Schicksal der Apoldaer Kirchenglocken in den beiden Weltkriegen. Mit einer einzigen Ausnahme wurden alle eingeschmolzen. Aufgezählt sind auch die, die wieder neu in der Apoldaer Glockengießerei entstanden. Bei der Darstellung sind die Glocken aller inzwischen in Apolda eingemeindeten Ortsteile mit berücksichtigt worden.  
Mit Stolz wird auf das Leben des Organisten, Komponisten und Orgelbautheoretikers Prof. Johann Gottlob Töpfer beschrieben. Er erblickte in Niederroßla das Licht der Welt. Später sorgte er dafür, dass die Kirche seines Geburtsortes (noch heute) eine gute Orgel besitzt und gab seinen Namen für das einzigartige Orgelmuseum in Bechstedtstraß im Weimarer Land.
Lange warteten die Apoldaer darauf, dass die in den Jahren 1998 und 1999 auf dem Gelände des Apoldaer Schlosses durchgeführten Ausgrabungen ausführlich dokumentiert werden. Das ist nun geschehen. U.a. fand man bei den Grabungen die Grundmauern des Bergfriedes der mittelalterlichen Burganlage mit einem Durchmesser von beachtlichen 12 Metern.
Wer mit großer Selbstverständlichkeit die Chaussee über Kleinromstedt, Isserstedt und durch das Mühltal vorbei am Restaurant mit Pension „Carl August“ befährt, sollte wissen, dass es diese Straße erst seit 1844 gibt. Früher führte der Weg über Schöten – Hermstedt - Krippendorf und kam über den heutigen Steiger (spielte 1806 für den Weg der napoleonischen Kaisertruppen eine große Rolle) nach Jena. Ein Weg von Jena nach Weimar bog übrigens gleich hinter dem heutigen „Carl August“ links in die Residenzstadt ab.
Gewürdigt wird in einem abschließenden Beitrag die Omnibuslinie zwischen Apolda und Jena. Diese ist zugleich die älteste, regelmäßig gefahrene Omnibusverbindung (seit 1909) zwischen zwei Thüringer Städten und könnte gut sein für eine Ausfahrt (der Oldtimer?) im Jubiläumsjahr 2009.
Wie Ernst Fauer  vom Apoldaer Kulturverein informierte, ist die „Apoldaer Heimat“ bei Buch-Habel, in der Apolda Tourist-Information im Rathaus, dem Stadt- und Glockenmuseum, im Uhren- und Schmuckwarengeschäft Goldschmiede Klören, im Foto-Studio Neumann und bei Toto-Lotto Wolf erhältlich. Herzlichen Dank allen Autoren für die interessanten Aussagen und die honorarfreie Arbeit.

Neuerscheinung Apoldaer Heimat 2005
 

Neues Heft Apoldaer Heimat 2005

Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest ist das Heft der "Apoldaer Heimat - 2005" (23. Jahrgang) erschienen und kann bei Buch-Habel, in der Tourist-Information Apolda, im Glockenmuseum, im „Hotel am Schloss“ und Hotel 2 Länder“ sowie im Juweliergeschäft Klören erworben werden.

Erneut legte ein Autorenkollektiv eine interessante, ansprechende und historisch wertvolle Arbeit vor. Erwähnenswert ist, dass alle Textautoren und Fotografen auf das Honorar verzichten und damit einmal mehr ihr Engagement für die Stadt zeigen und das Erscheinen der Publikation ermöglichen.

Das Titelbild zeigt als Tuschzeichnung von Gerd Schnetter, dem Apoldaer Maler, der wiederholt die Titelgestaltung bewirkte. Zu sehen sind die Eingangsportale des Apoldaer Stadthauses. Diesem ist der Beitrag von Dr. Thomas Bahr und Karl-Heinz Bettenstädt (die lebendige Chronik) gewidmet.

Geschildert wird der Weg vom Beginn der Planung 1899 bis zur Fertigstellung 1910 als Sparkasse und Standesamt, die Nutzung durch die Stadtverwaltung, als sowjetische Kreiskommandantur, als Sitz der Kreisleitung der SED bis zur jetzigen Nutzung durch die Stadtverwaltung.

Dr. Dieter Ullmann berichtet über Grabplastiken der bedeutenden Künstler Peter Christian Breuer, Hans Dammann und Arthur Lange auf dem Apoldaer Friedhof. Ein beigefügter Lageplan des Friedhofs erleichtert den Rundgang, um die genannten Kunstwerke selbst aufzusuchen. Für einen späteren Artikel wäre interessant, welche Persönlichkeiten dort Ruhe fanden, etwa Kronfeld.

Über die Beziehungen des berühmten deutschen Komponisten Georg Philipp Telemann zum Dorfe Wormstedt hat Ingo Reimann geforscht. In Wormstedt war Telemanns Bruder als Pfarrer tätig und nahm später die verwitwete Mutter auf. Deren Grabstein konnte soeben identifiziert werden. Bei einem Besuch entstand eine Kantate, die kürzlich zur Aufführung in der Kirche zu Wormstedt kam.

Als nach dem großen Glockensterben in den beiden Weltkriegen der Bedarf an neuen Glocken sehr groß war, aber keine Bronze zur Verfügung stand, ließ die Glockengießerfirma Schilling in der Firma Lattermann in Morgenröthe-Rautenkranz Glocken aus Eisenhartguss gießen. Die Apoldaer Glockengießerei übernahm Klanganalysen, Konstruktion, Werbung und Vertrieb. Der Verfasser Ernst Fauer gibt eine Übersicht, wo sich in unserer Umgebung solche Eisenhartgussglocken befinden.

Heike Schlichting schrieb in Auswertung der Sonderausstellung im Museum über das Familienunternehmen Alfred Ruppe und Sohn, in welchem u. a. die Personenkraftwagen "Piccolo", "Mobbel" und "Apollo" konstruiert und hergestellt wurden. Lediglich Lampen und Reifen wurden von auswärts bezogen. Ein Nachdruck aus dem Firmenkatalog von 1908 beschreibt einen Rundgang durch die "Piccolo"-Werke. Dieser Text ist auch im Hinblick auf das bevorstehende 13. Apoldaer Oldtimer Schlosstreffen und den jüngsten Erwerb eines „Mobbel“ (einzylindriger Zweisitzer mit 6 PS) aus den Apoldaer Apollo-Werken (1910, letzte Baureihe) durch einen Unternehmer beziehungsreich.

Abschließend gibt Dr. Thomas Bahr eine Rückschau auf die Entstehung des Films "Wo der Zug nicht lange hält". Interessante Fotos aus dem Stadtarchiv illustrieren die Dreharbeiten 1959 in Apolda. Im Jahre 2005 kam dieser Film mehrfach und immer vor reichlich Publikum zur Aufführung. Offensichtlich fanden „in Erinnerung an damals“ mehr Besucher an dem Streifen Gefallen als zur Entstehungszeit. Mit dem vorsichtig genannten Begriff „Filmstadt Apolda“ ist die Absicht verbunden, im Jahr 2006 die Mehrzahl der Filme zu zeigen, die in Apolda bzw. im Umland entstanden oder hier in der Region Drehorte waren, etwa das Schloss Kromsdorf im DEFA-Film „Mir nach Canaillen“ mit Manfred Krug.


Foto: Genau vor einem Jahr (2005) fand Anja Kott (35) in der Glockenstadt eine neue Apoldaer Heimat. Ein guter Grund die gleichnamige Schrift zu präsentieren und den Gästen des „Hotel 2 Länder“ zum Kauf anzubieten.


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