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| Im Westteil der Stadt Apolda |
Der Volksmund fragt nicht lange nach behördlicher Genehmigung, wenn es um die Bezeichnung bestimmter Regionen, Straßenzüge oder Siedlungen geht. So wird das Terrain in der Senke zwischen der ehemaligen Leipziger Straße (heute B 87) von Herressen bis Oberndorf als "Moorental" bezeichnet und fand auch "offiziellen" Zugang als Namen bei Vereinen. Dort befand sich einst auch der Ort Dieterstedt, der etwa um 1500 nach und nach verlassen und zur Wüstung wurde. Eine Straße, parallel zur Herressener Straße (nahe dem Friedenteich), ist zur Erinnerung seit dem 15. Februar 1923 nach dem ehemaligen Dorf so benannt. Das Stadtviertel wird im Volksmund mit "Burkhardtsdorf" bezeichnet und ist auch so in Karten bzw. Stadtplänen zu finden. Ein Maurermeister gleichen Namens brachte die Bezeichnung auf. Am 1. Oktober 1922 wurde Oberroßla mit seinem Ortsteil Burkhardtsdorf eingemeindet. Ohne diesen Ortsteil wurde Oberroßla im Jahre 1925 wieder aus Apolda ausgemeindet. Von da aus in nördlicher Richtung wird die Gegend mit "Kirschberg" bezeichnet. Sportplatz und Gaststätte haben eine lange Tradition. Über den Berg wieder ins "Tal" gelangt man in eine Siedlung, die auch als "Negerdorf" bezeichnet wird. Besonders nach dem I. Weltkrieg und bis in die 30er Jahre entstanden am Rande der Stadt mehrere neue Siedlungen. Viele Bürger kamen mit dem Aufschwung der Textilindustrie wieder nach Apolda zurück. Zahlreiche Wohnräume wurden in damaliger Zeit zu Werkstätten. In dieser Zeit entstand eine größere Siedlung im sogenannten Sandgrubengelände. "Sandgrube" für den Bereich der August-Berger-Straße ist heute noch bei älteren Bürgern bekannt und wurde zeitweilig durch den Begriff "Wohnbezirk" verdrängt. In jener Zeit sind über 500 neue Wohnungen, die Nordbereiche und die Gemeinnützige Gartenstadtsiedlung eingeschlossen, entstanden. Der "Bauboom" war auch durch Vermittlung kostengünstigen Baulandes und "durch Beleihung mit Mietzinssteuerdarlehen" begründet. In diese Zeit fällt auch die Förderung von Wohnbauten der Gemeinnützigen Siedlungs AG für Angestelltenheimstätten. Nach dem Bau in der Sandgrube wurden westlich davon weitere Bauplätze für eine Stadtrandsiedlung erschlossen und ab 1933 erbaut. Als nach dem Reichstagsbeschluß 1932 die Rodungen dort begannen, rackerten viele der Arbeiter mit freiem Oberkörper. Die Sonne brannte und die Leute wurden so braun, wie die Neger. Der Name "Negerdorf" für die Siedlung war geboren. Heute werden die Olikstraße, Am Heerweg (unterhalb der Erfurter Straße), Schieringstraße, Leutertstraße, Behringstraße und Rathenaustraße diesem Bereich zugeordnet. Die steil von der Erfurter Straße ins "Tal" abfallende und zum Kirschberg aufsteigende Zeppelinstraße stellt eine Art Grenze zwischen Sandgrube und "Negerdorf" dar. Es wurde nie als Schimpfwort gehandelt, auch nicht unter jungen Leuten, die in der Bergschule (dann Theodor-Neubauer-Schule I und II), heute Gymnasium Apolda, ihr "Einschulungsgebiet" hatten. |
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