Vor zehn Jahren wurde die Apoldaer Stadthalle feierlich eröffnet. Sie präsentierte sich nach der Fertigstellung dem Publikum am 14. und 15. Oktober 1995 mit einem Gala-Abend (Stargast Dagmar Frederik) und einer Magischen Nacht einem begeisterten Apoldaer Publikum. Mit der Stadthalle verfügt Apolda über eine repräsentative Veranstaltungsstätte mit einer modernen technischen Ausstattung.  Einige Blicke zurück: Schon vor 1850 hatte der Apoldaer Bürgerverein an diesem Standort ein Vereinslokal, dass seinen Mitgliedern Möglichkeiten der Geselligkeit bot. Dazu gehörten Tanzveranstaltungen, Theater und auch Vereinsfeste. Damals lag dieses Grundstück allerdings noch am Stadtrand von Apolda! Am 30. Januar 1895 brannte das Bürgervereinshaus ab – und das, obwohl es damals gleichzeitig das Verinslokal der Apoldaer Feuerwehr war. In den folgenden Jahren erfolgte ein Neubau mit großem Saal und Bühne, einem kleinen Saal und einer Kegelbahn. 1902 erwarb die Vereinsbrauerei das Objekt und nahm 1926/1927 größere Umbaumaßnahmen vor, die dem Gebäude das den meisten Apoldaern noch erinnerliche Aussehen gaben. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde aus dem „Bürgerverein“ das „Volkshaus“. Allerdings war damals auch schon die Bezeichnung „Stadthalle“ mit in der engeren Wahl. In der Folgezeit fungierte die staatliche HO als Trägerin des Hauses. Dieses wurde 1967/1968 um das Weinlokal „Falstaff“ erweitert. Später ereilte das „Volkshaus“ das gleiche Schicksal, wie viele anderen Gebäuden auch: die Erhaltung der Bausubstanz wurde vernachlässigt, und die Bautätigkeit für einen geplanten Küchentrakt kam über Jahre nicht von der Stelle. Im Jahre 1987 wurde das Schicksal des „Volkshauses“ besiegelt: die Staatliche Bauaufsicht erteilte für den Weiterbetrieb eine Reihe von Auflagen, deren Erfüllung trotz verschiedener Bemühungen letztlich mangels Baukapazität scheiterte. Im Februar 1988 fand im „Volkshaus“ die letzte Faschingsveranstaltung statt. Die letzte Ausnahme: eine Feierstunde aus Anlaß des 43. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus (durch die Sowjetarmee) am 6. Mai 1988. Zur Wende präsentierte sich der einstige Bürgerverein, das „Volkshaus“, als Bau- und Investruine. Kurz nach der Wende wurde die Stadt Apolda Eigentümerin des „Volkshauses“. Im Oktober 1992 legte die Stadt Entwürfe für eine Stadthalle des Architekten Ernst Stang und der Firma Allbau vor, die sich eng an den Charakter des alten „Volkshauses“ anlehnten. Der Stadtrat fasste am 17.02. und am 21.07.1993 Beschlüsse zum Abriß des alten Volkshauses und zur Errichtung einer neuen Stadthalle am gleichen Standort. Flankiert wurde diese Maßnahme durch die Errichtung eines Parkhauses angrenzend zur Stadthalle. Die Finanzierung erfolgte durch eine Tochter der Deutschen Immoblienleasing (DIL) über ein Leasingmodell. Die Gesamtkosten des Baus und der Einrichtung beliefen sich auf rund 12 Millionen Euro, durch die gewählte Finanzierung rund 1,5 – 2 Millionen Euro niedriger als bei Eigenfinanzierung. Im Jahre 1993 erfolgte der Abriß des alten Volkshauses, am 28. März 1994 der erste Spatenstich für den Neubau und am 14. Oktober 1995 die Eröffnung der neuen Stadthalle. Damit beginnt ein neuer Abschnitt der wechselvollen Geschichte des Hause. Der Saal mit Bühne und Galerie bietet bis zu 500 Besuchern Platz. Für Konzerte und Theateraufführungen kann das Parkett im hinteren Teil angehoben werden. Dazu kommen Restaurants und Tagungsräume. Das Haus verfügt über eine zeitgemäße technische Ausstattung und über eine großzügige Küche. Seit der Eröffnung zählte man etwa 300.000 Besucher. In den letzten 10 Jahren fanden jährlich etwa 200 bis 250 größere und kleinere Veranstaltungen statt. Zur Erinnerung: die Neujahrskonzerte, Theater-, Musical-, Operetten- und Operngastspiele, St. Patrick's Day, Schachopen, Faschingsveranstaltungen, Tanzabende, Mister Europa-Wahl, Silvesterbälle, Bälle des Mittelstandsverbandes und nicht zu vergessen: der EUROPEAN DESIGN AWARD Apolda. Der Einsatz der Stadt für ihre Stadthalle hat sich gelohnt und wird weithin anerkannt.Die Festwoche im Oktober 2005 war dafür Beleg und Ausblick auf das nächste Jahrzehnt zugleich. |