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| Die katholische Kirche |
Das mit künstlerischen Mitteln durch den Apoldaer Maler Gerd Schnetter (siehe hier Apolda-Art) gestaltete Eingangsportal (auch Jahres-Kalenderblatt) der katholischen St.-Bonifatius-Kirche bewirkt sowohl ein Innehalten als auch den Wunsch, einzutreten in das Innere des Gotteshauses. Dort begegnet der Besucher der steinernen und auch der lebendigen Geschichte des Gebäudes. Das Bestehen der katholischen Kirche endete in vielen Gegenden Deutschlands, in Thüringen und Apolda mit der Einführung der Reformation im Jahre 1536. Rund 300 Jahre später wurden wieder einzelne Katholiken hier ansässig. Etwa 1,4 % bis 3,8 % der Einwohner der Stadt gehörten im Zeitraum 1890-1910 der katholischen Kirchgemeinde an. Besonders durch den industriellen Aufschwung um die Jahrhundertwende vergrößerte sich die Zahl der katholischen Kirchgemeinde in der damals so genannten „Fabrik- und Handelsstadt Apolda“. Eine im Jahre 1883 erworbene Kapelle sowie die auf dem gleichen Grundstück errichtete Schule (Betsaal in der Gießereistraße 17) konnte weder der Zahl noch den Aufgaben Genüge tun. „Im Jahre 1884 ermöglichte die Munificenz des damals Hochwürdigsten, Herrn Bischof von Fulda, nunmehrigen Fürstbischof von Breslau Cardinal Copp, den Ankauf eines Gebäudes zur Abhaltung eines periodischen Gottesdienstes für die seit Jahren zahlreichen Katholiken, die sich in Apolda niedergelassen hatten.“ Die weltliche Behörde war u.a. durch den damaligen Bürgermeister Schrön vertreten. Im Jahre 1886 wurde eine katholische Schule gegründet, die alsbald nicht mehr genügte. Deshalb erwarb der Bischöfliche Stuhl zu Fulda 1892 ein Grundstück (heute Stobraer Straße) und schuf damit Voraussetzungen für den Bau der Kirche und des Pfarrhauses. 1893 begann nach der Sammlung der nötigen Gelder der Kirchbau, daselbst am 1.3.1893 der erste Stein in die Erde gesenkt wurde. Am 30. September 1894 wurde der Kirchbau (St.-Bonifatius-Kirche) seiner hehren Bestimmung mit der Einweihung feierlich übergeben. Die neugotische, dreischiffige Hallenkirche wurde vom Architekten und Erzbischöflichen Baudirektor Max Meckel aus Frankfurt/Main erbaut. Die Innenausstattung entspricht dem zeitgenössischen Baustil. Altäre und die Orgel mit 23 klingenden Registern passen sich in der Ausführung dem Ganzen an. Der Pfarrbezirk Apolda, eingepfarrt die Katholiken im Amtsgerichtsbezirk Apolda, gehörte zum Landesdekanat Geisa. Im Jahre 1910 lebten im Pfarrbezirk Apolda 1468 katholische Christen. Die Stadt Apolda zählte im gleichen Jahr 22 610 Einwohner (Chronik Kronfeld „Geschichte von Apolda“ Teil II, 1871-1990, Druckerei Friedr. Kühn, 1997). 1984 wurde der Kirchturm neu gedeckt. Der Turmknopf sowie die Wetterfahne wurden erneuert. Während der politischen Wende brachte sich die katholische Kirche mit ihren Möglichkeiten in die gesellschaftliche Erneuerung des Landes ein. Am 2. Novemver 1989 stellte sich in der St.-Bonifatius-Kirche das „Neue Forum“ vor und konnte bis Mitte Dezember auf etwa 500 Mitglieder verweisen. In der damals vom Runden Tisch veranlassten gesonderten Kommission zur Aufklärung von Korruption, Amtsmißbrauch, persönlicher Bereicherung und anderen Gesetzesverletzungen wirkte ab dem 21. Dezember 1989 auch ein Vertreter der katholischen Kirche mit. Die Kirchen betrachteten sich als Vermittler zwischen den demokratischen Kräften, ohne Partei zu ergreifen. Seit 1992 wird die Kirche und das Pfarrhaus mit landesdenkmal- und Eigenmitteln von Grund auf erneuert und renoviert. Die Kirche war im Juni 2002 Konzertort in der Reihe der Stadt- und Dorfkirchenmusiken. Die über 110 Jahre alte katholische Bonifatiuskirche befindet sich in unmittelbarer Nähe des Carolinenheimes, einem Alten- und Behindertenheim des Diakonischen Werkes Thüringen. Die Nähe zu dem Stift Carolinenheim wird künftig auch optisch geringer, denn mit dem Zuwendungsbescheid des Landes Thüringen entstand in der Ernst-Homann-Straße in unmittelbarer Nähe der Kirche ein Neubau für den Wohnbereich für Menschen mit geistiger Behinderung mit 48 Bewohnerplätzen. Jährlich kommen zum Tag der drei Heiligen Könige junge Leute (die Sternensinger) und sammeln für Projekte in aller Welt. Erstmals empfing im Jahre 2007 der Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand (siehe Persönlichkeiten) die Sternensinger. |
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