Lutherkirche zu Apolda
Die größte Kirche der ev. Kirchgemeinde wurde dem Reformator Dr. Martin Luther geweiht und nach dreijähriger Bauzeit 1894 übergeben. Die schöne Backsteinkirche im neugotischen Stil birgt in ihrem Inneren eine wertvolle Orgel. 1890 wurde der Grundstein gelegt und am 7. Juni 1894 fand der Festgottesdienst zur Weihe der Lutherkirche statt. Johannes Otzen (Berlin), einer der bedeutendsten Kirchenbaumeister des 19. Jahrhunderts, war der Architekt des Gotteshauses. Die Kirche hat ca. 1000 Sitzplätze, und der Pfarrer bzw. die Pastorin soll am Altar und auf der Kanzel von allen Sitzplätzen aus gesehen und gehört werden können. Deshalb ist das Schiff relativ kurz, und neben dem Hauptschiff gibt es nur ein Seitenschiff auf der Seite gegenüber der Kanzel. Das ist eine architektonische Besonderheit, die in Deutschland selten ist.
Der Altar hat im Zentrum die Kreuzigung Christi. Rechts vom Kreuz sind Statuen von Jesaja und Jeremia und links vom Kreuz Statuen von Hesekiel und Daniel, alttestamentliche Propheten, die auf Jesus hinweisen. Direkt über dem Altartisch sieht man das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Alle Plastiken sind Werke des Berliner Bildhauers Wilhelm Haverkamp, ebenso die Plastiken der Evangelisten, die um den Altar stehen: Johannes, Matthäus, Lukas und Markus (von links nach rechts). Am Eingang zum Altarraum, am so genannten Triumphbogen, stehen Petrus (links) und Paulus (rechts). Sie sind Werke des Berliner Bildhauers Hermann Kokolsky. Die bunten Fenster stammen aus den Werkstätten für Glasmalerei Maximilian Auerbach (Berlin) und Victor v.d. Forst (Münster/W.). Die Fenster des Chores zeigen die christlichen Symbole (von links) Pelikan, Hirsch, Lamm, Taube und Hahn.
Eine besondere Zierde der Kirche ist die große Orgel von der heute noch existierenden Firma Wilhelm Sauer (Frankfurt/Oder) mit den Manualen, 49 Registern und 3 600 Pfeifen.
Unter dem Kanzelpfeiler befindet sich der Grundstein, dem einst zahlreiche Dokumente beigelegt wurden, so auch Aussagen über die Verhältnisse der Stadt um 1890 und eine Ausgabe der Chronik über Apolda von J. C. Kronfeld aus dem Jahre 1871.
Die fünf hohen Fenster des Altarraumes zeigen je eine symbolische Tiergestalt: den Pelikan, der sich selbst zerfleischt, um seine Jungen mit seinem Herzblut zu tränken; den Hirsch, der dürstend nach frischen Wasser schreit; das Lamm, das die Sünden des Menschen trägt; die Taube als Sinnbild des Geistes und den Hahn, der in der Leidensnacht seinen Schreckensruf ertönen läßt. Zum 100-jährigen Einweihungsjubiläum 1994 wurde eine Festwoche gestaltet. Derzeit gibt es eine Reihe von Aktivitäten, beseelt vom Wunsch, die wertvolle Orgel restaurieren zu können. Ein Aufruf des Lions-Club Apolda brachte einen Scheck über 1000 € für die Orgelsanierung.  Die Restaurierung ist vorgesehen, wenn die Innenarbeiten, beginnend im Altarraum, abgeschlossen werden.
Immer wieder ermöglichen Gemeindemitglieder mit ihrem Kirchengeld bzw. größeren und kleineren Spenden, dass die Lutherkirche ihr schmuckes Äußeres bewahrt. Die Turmuhr nahm dank handwerklicher Fertigkeiten nach 17 Jahren Stillstand im März 1998 wieder den Gang durch die Zeit auf.
Die neuerlichen umfangreichen Sanierungen fanden mit dem Aufsetzen eines vergoldeten Kreuzes und einer vergoldeten Turmkugel im September 1998 ihren Abschluß. Die Dokumente in der Turmkugel ruhten unverändert 104 Jahre in Kupfer gehüllt, bevor diese mit aktuellen Zeitinformationen wieder an ihren Platz kamen.
Das Gotteshaus beteiligt sich am Programm der „offenen Kirche am Samstag“, was  gut angenommen wurde. Neuerdings gibt es für Besucher aus England, Frankreich, Schweden, Russland, Japan und der Slowakei ein Flyer mit einer Kirchenbeschreibung in der jeweiligen Landessprache bereit.
In Thüringen erhielten 23 Kirchgemeinden das Signet „Verlässlich geöffnete Kirche“. Die Lutherkirche in Apolda gehört dazu und wird auf Landkarten und im Internet mit diesem Signet gekennzeichnet. Eine Festwoche zum 111. Jubiläumder Lutherkirche zu Apolda fand im Juni 2005 statt. Die Titelzeichnung zu einem Faltblatt stammt aus der Feder von H. Mähler. Eine Grusskarte mit dem Motiv kann erworben werden. Der Erlös fließt als Spende ein. Postkarten stehen ebenfalls zum Verkauf.
Zum Tag Maria Geburt, am 06. September 2006, einem Lostag für den Monat September, gastierten die „Münchner Chorbuben und Chormädchen“ im Apoldaer Gotteshaus. Das renommierte Gesangsensemble besteht aus rund 40 Jungen und Mädchen im Alter von 9 bis 21 Jahren. Stadtkantor Daniel Vogt freute sich, dass einigen Chorsängerinnen und -sängern Übernachtungsmöglichkeiten angeboten wurden. Vielfacht dankten die „Gastkindkinder“. Am 01. April 2007 waren die Goldenen Konfirmanten des Jahrgangs 1957 Gäste der Lutherkirche. Ende Mai/Anfang Juni 2007 bekommt der spitze Turm ein neues Schieferdach. Roberto Bergmann, Küster der Kirche, hatte die Idee, die Bürger zu einer Schiefertafel-Aufschrift (2 Euro je Inschrift) einzuladen. Die so gestalteten Tafeln werden in 80 Metern Höhe von Innen wie ein Tagebuch zu lesen sein. Allen Besuchern ein herzliches Willkommen. Die „Lutherkirche“ ist auch für Spenden zur Sanierung offen: BLZ 820 64 188 VR Bank Weimar eG, Kto 2099888. Jeder darf sich eingeladen fühlen ...

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