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| Das Pfründerhaus in Niederroßla |
Wenn auch im bescheidenen Maße, so sorgte man sich dennoch von je her für die Alten und Armen. In Niederroßla bestand für fünf arme Leute, drei Mannes- und zwei Weibspersonen, eine solche "Pfründe". Es könnte als Vorläufer eines Altersheimes bezeichnet werden. Zu den Pfründnern allerdings wurden nur solche Personen genommen, die "gebrechlich, jedoch christlich, - so da lesen, schreiben, singen und ihres Wohlverhaltens beglaubigtes Zeugnis beibringen". Im Jahre 1075 soll die Gründung der Pfründe erfolgt sein. Im Volk ging die Sage, dass eine Gräfin von Mariental dieses Heim aus Dankbarkeit errichten ließ. Sie wurde in der Gegend von Niederroßla aus einer großen Lebensgefahr errettet. Eine andere Sage, die noch lange Zeit von Mund zu Mund ging, berichtet davon, dass eine hießige Prinzessin die Gründerin gewesen sei. Diese vertrieb bei Wind und Wetter ihr grausamer Gemahl wegen einer Nebenbuhlerin. Nachdem die Prinzessin Schutz und Aufnahme bei einem armen Leinweber fand, flüchtete sie später weiter nach Eckartsberga. Auf der 998 erbauten Eckartsburg, einer Kaiserresidenz, regierte der Markgraf Eckart. Hier grenzt die Sage wahrscheinlich an das Leben der Herzogin Anna, die Gemahlin Wilhelm des Tapferen (1445-1482), die auf die Eckartsburg befohlen wurde, um der Katharine, verwitwete Heßberg, den Platz frei zu geben (siehe Blutfleck in Niederroßla). Das war allerdings 1457. Und so bleibt die Gründung des Pfründerhauses im sagenhaften und wunderbaren Dunkel. |
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