Vielgestaltig sind die Wünsche nach einem Schatz nicht nur in Sagen und Geschichten formuliert oder eigens erfunden, um das Mystische zu beleben oder eigene Sehnsüchte darzustellen. Von Wormstedt aus in Richtung Wilsdorf erhebt sich der "Wachhügel", auf dem zu fernen Kriegszeiten die Wächter standen und die Aufgabe hatten, rechtzeitig die Ankunft von Truppenteilen oder marodierenden Banden zu signalisieren. Im Dorf ging die Sage von einem "Silbersarg" im Inneren des Hügels so stark und wahrhaftig von Mund zu Mund, dass 1852 der Hügel geöffnet wurde. Viele Schaulustige fanden sich ein und wollten an der "Lüftung des Geheimnisses" bzw. Bergung des vermeintlichen Schatzes Anteil nehmen. Reiche Schätze gab es aber nicht, wohl aber eine reiche Ausbeute für die Wissenschaftler. Zwei Gänge führten zu einem Steinplattengrab mit zahlreichen Grabbeilagen. Bei Salzarbeitern fand 1662 in Sulza (heute Bad Sulza) ein Ereignis besonderes Interesse, da es in der alten Wohnung des Pfarrers etzliche Nächte hindurch polterte und tumultierte. Jedermann meinte, dass da ein großer, verborgener Schatz unter dem Haus sei und gehoben werden müsse. Man beförderte lediglich ein Schächtelchen zu Tage nebst einem Messer und einem weißbeinernen Heft. Dem Pfarrer aber wurde nach dem Abtragen des Hauses ein neues errichtet. Von einem silbernen Sarg sprach man seit undenklichen Zeiten auch in Ködderritzsch. Geschichtliche Ereignisse bildeten den Hintergrund, etwa der Kampf der Slawen um das Thüringer Land. Kaja, die demütige, sanfte Opferpristerin, erschien auf ihrem Zauberroß und gab den Slawen Kraft, die verbündeten Thüringer und Franken an die Grenzen ihres Reiches zurückzudrängen. Kaja starb lächelnd in den Armen slawischer Fürsten, die das Grab überaus reich mit Silber und Schmuck ausstatteten. 1820 baute der Eigentümer des Landes den Hügel ab und glaubte an die Kraft des heiligen Bodens. Nach dem silbernen Sarg aber suchte er vergebens ... Im Jahre 1933 fand man auf dem Fuhnhügel zu Liebstedt ein Steinkistengrab mit zwei schönen Steinbeilen. Der Hügel war ein uralter Kultplatz, auf dem später eine Burg errichtet wurde. Es entstand eine Komturei des Deutschen Ritterordens, die damit den heidnischen Platz entweihte. In Wersdorf soll eine Silberglocke mit samt einer kleinen Kapelle im Erdboden verschwunden sein. Ganz leise klingt diese noch heute in schwarzglänzenden Nächten aus dem unterirdischen Gange. In einen solchen Gang brach eine Kuh ein. Das die Tiere hütende Mädchen fiel auch in diese bis dahin unbekannte Höhle und ihr kam eine Erscheinung. Sie meinte, dass ein Christkind mit ihr gesprochen habe. Daraufhin entstand ein Wallfahrtsort ... Von Ottilie, die das Gelübde der Keuschheit gebrochen und deshalb lebendig mit vielen Schätzen begraben worden sei, berichtet eine Sage aus Niederroßla. Das bewog den Herzog aus Weimar, den Großherzog Carl August in Begleitung von Christian Vulpius am 17. Mai 1820, einem Himmelfahrtstag, nach hier zu fahren und den sagenhaften Ottilienstein zu heben. Es erbrachte aber überhaupt gar kein Resultat. |