|
|
26.07.2010 | Kühle Oase für heiße Tage - Apoldaer Stadtbad
|
Täglich Großveranstaltung mit Löschaktion Im Juli kamen – wie immer in diesen Tagen – bis zu 1 300 Besucher täglich in das Stadtbad nahe am Hans-Geupel-Stadion. Der Juli wurde richtig heiß! Die Rekorde purzelten. Sie alle haben Lust auf Abkühlung, wollen entspannen (oder Neudeutsch abhängen), schwimmen ihre Runden und haben freilich auch Hunger und Durst. „Unsere Familie betreibt nun im dritten Jahr den Kiosk im Stadtbad, zog vom Eingangsbereich ins Zentrum des Bades und brachte damit beachtliche Verbesserungen für die Versorgung der Badegäste“, sagte nicht ohne Stolz Gerd Gerhardt, der die Geschäfte betreibt. „Die Eltern haben auch die Kinder im Blick, wenn diese ein Eis oder Pommes holen“, ergänzt der Betreiber und engagiert schon einmal bis zu acht Aushilfskräfte, damit alles reibungslos läuft. Natürlich wurde in der Zeit der Fußball-WM auch ein TV-Gerät installiert. Bis zu 64 überdachte (schattige) Plätze laden zum Schauen, aber auch sonst zum Verzehr ein. Die perfekte Wohlfühl-Oase. Im Grunde gibt es alles, so Gerhardt, von Curry bis Fisch, von Schnitzel bis Bockwurst oder Wiener. Nur Rostbratwürste sind nicht im Angebot. Die Hitze am Bratrost lässt grüßen ... Wenn es noch ein Azorenhoch nach dem 15. September gibt, bleibt auch der Kiosk offen, sonst hält man sich an die saisonalen Witterungsbedingungen, bestätigt auch Stephan Kraushaar, der als Schwimmmeister (immer mit drei R) besonders jetzt ein wachsames Auge (besser zwei) auf die Gäste und die Wasserfläche hat. Hintergrund bzw. ergänzende Informationen Das Apoldaer Stadtbad wurde nach etwa einjähriger Bauzeit (1921-1922) am 1. Juli 1922 eröffnet. Daran hatten der Apoldaer Gemeinderat (Projektvorschlag und -zustimmung am 1. Juni 1921) und die Kommerzienräte Karl Böhme und Louis Roh nebst den Fabrikanten Reinhard Börner und Max Wiener höchsten Anteil. Auch der damals rund 300 Mitglieder zählende Apoldaer Schwimmverein (Vorsitz Theodor Kluge) engagierte sich an der Realisierung des Vorhabens. Mit dem Apoldaer Stadtbad sollte zugleich das benachbarte Freibad „Deutscher Kaiser“ geschlossen werden, da es wiederholt (auch Apoldaer Tageblatt 1919) öffentlich in der Kritik stand. Die Eröffnung des Stadtbades zur Saison 1922 avancierte zu einem öffentlichen Ereignis, wo Lob und Superlative nicht selten waren. „Die Wasserbauten würden Jahrhunderte überdauern, und eine herrliche Sehenswürdigkeit in schöner Umgebung sei geschaffen worden“, hielt auch Martin Dornheim nach Recherchen in alten Zeitungen in einem Artikel in „Apoldaer Heimat 1989“ fest. Als erste Bademeister (eigentlich Schwimmmeister) fungierte Heinrich Hilger und übte diese Tätigkeit über viele Jahre hinweg aus. In der Stadtbad-Ordnung war vermerkt: zweimal Männer-, zweimal Frauen- und dreimal Familienbaden. Das Stadtbad verfügte mit Fertigstellung über ein Becken von 25 x 50 Metern. Ein Nichtschwimmerbecken kam 1928 mit weiteren Bauten am Stadtbad hinzu. Ein Sauna-Neubau kam ergänzte ab 1978 das Stadtbad. Diese war bereits der Nachfolgebau einer alten Sauna. Vor einem Jahrzehnt gab es eine neue Herausforderung für die Stadt und den damaligen Schwimmmeister Richard Priebe (Abschied 2009). Das Stadtbad sollte grundlegend erneuert werden. Dazu brachte die damalige Sozialministerin Irene Ellenberger 1999 einen beachtlichen Scheck über 2-Millionen-D-Mark und der Schwimmmeister wurde „Bauleiter“. Ein Jahr später gab es am 15.05.2000 das legendäre „Anschwimmen“, wo der damalige Bürgermeister Michael Müller (Startbock 1) Richard Priebe auf den zweiten Platz verwies. Wer will schon schneller als der Bürgermeister sein ... Das Apoldaer Stadtbad zieht in diesen Tagen magnetisch an. Die vollständig ausgelasteten Parkplätzen verkünden weithin, dass wieder eine Großveranstaltung angesagt ist.
|
|
|
|