26.07.2010 | Summer in the City

Apolda – die sonnigste aller Thüringer Städte
Von der Stirne heiß, rinnen muss der Schweiß …, wird es wohl in diesen Tagen so oft stöhnend wahrgenommen. Nicht wenige Menschen pendeln zwischen Sonnenbad und Sonnenbrand, obschon zum „Braten unter der Sonne“ schon reichlich agitiert und aufgeklärt wurde. Dosiert genießen - gilt hier wie bei anderen verführerischen Dingen.
Während sich die Urlauber in kühle Museen oder Kirchen flüchten, toben die Kinder ausgelassen im Apoldaer Stadtbad oder suchen auch mit den Eltern gern im Oßmannstedter Bad oder in Bad Sulza erfrischende Kühle beim Sprung ins Wasser. Apolda muss eigentlich daran gewöhnt sein: Glut der Sonnenstunden!
Runde 12,7 Stunden Sonne werden für die Stadt statistisch vermeldet. Im Jahre 2008 brannte im thüringischen Apolda insgesamt 1775 Stunden die Sonne. Nur auf der Ostseeinsel Hiddensee meinte es Frau Sunna mit 2168 Sonnenstunden noch freundlicher. Das war beileibe keine Ausnahme und nicht der allgemeinen Erwärmung der Erde geschuldet. Auch 2009 galt Apolda als sonnenreichster Ort Thüringens mit ansprechenden 1717 Sonnenstunden. In Weimar verzog sich die Sonne ganze fünf Stunden eher, doch sind Jena und Weimar immer mit unter den sonnigsten der Thüringer Städte. So oder so!
„Wer das Thema Siebenschläfer und Azorenhoch kennt, weiß um das Wetter, zumindest ansatzweise“, lächelt Rüdiger Eisenbrand, das Apoldaer Stadtoberhaupt. „Würde das Azorenhoch sich nicht durchgesetzt haben, dann würde das Islandtief dominieren und weniger Freude bereiten.“
„Mit der Entwicklung der Sonnenstunden konnte die der Biergärten in der Kreisstadt nicht mithalten“, bedauert Steffen Prang, Kulturamtschef der Stadt, weiß aber eine Reihe von guten Beispielen wie Pizzeria Avanti oder Eiscafe La Gondola, übrigens bereits 15 Sommer in Apolda. In der Bahnhofstraße gibt es da und dort ein paar schattige Plätze, auch im Bankcafe gegenüber der Lutherkirche. „Natürlich kann nur unterstützt werden, was auch gewollt ist“, unterstreicht Prang, der den schönen Innenhof des Hotel am Schloß und die gehobene Freiluftgastronomie nicht mit einem Biergarten auf eine Stufe stellen will.
Und dann pilgern noch immer täglich rund 1500 kleine und große Bürger ins Stadtbad, können sich am Kiosk versorgen und finden viele schattige Plätze auf den großen Liegewiesen.
„Das Thema Sonne kann ohnehin nicht so einfach besprochen werden“, relativiert Eisenbrand, „die Bäcker werden anders als die Schwimmmeister, die Leute in den Gießereien anders als die Traktoristen auf den Feldern und die Bediensteten anders als die Eis verzehrenden Gäste auf die Sonne reagieren.“
Derweil wird das Wasser im Stadtbad wieder und wieder gewälzt, hat den geforderten Qualitätsstandard und lädt zum Erfrischen ein. Etwas entfernt wird zischend der Sud in der Brauerei aufbereitet und vielleicht läuft gerade im Rathaus oder in der Familie X der Kühlschrank heiß. Ventilatoren brummen und summen um die Wette und die Wiese legt sich ein graues Kleid an. Was passiert eigentlich in der Wasser GmbH?  Ohne Unterbrechung fließt das köstliche Nass in höchster Qualität aus den Leitungen. Und wie schaffen es die hochbetagten Leute in den Alten- und Pflegeheimen? Reichlich trinken ist nicht alles! Das wissen auch die Rettungsdienste, die selbst unter der Gluthitze in den Fahrzeugen ihren Dienst verrichten. Sommer in der Stadt hat also nicht nur sonnige Seiten ... 
Das gilt auch für die zahlreichen Kleingartenanlagen in und am Rande der Stadt – etwa die Anlage Naturfreunde, die es seit 1898 gibt, die Neusätze, Am Querberg, die Anlage an der Schaftränke, Auenstraße oder Goethe-Gartenanlage. Ob es eine Auflistung der Pools dort oder im Bereich privater Wohnhäuser gibt, ist sicher interessant. Und wie viele Kinder-Gummi-Pools werden für einige Wochen aufgeblasen? Schöne Gartenanlagen sind auch am Hotel am Schloß oder am Carolinenheim zu finden. Und wenn die Sonne einmal nicht so heiß brennt, zählen wir auch noch die Bäume, die wunderbare Schattenspender sind. Schattenseiten wären höchstens fehlendes Wasser oder Regen, der in anderen Regionen im Übermaß hernieder geht.
Doch den Schatten verregneter Tage möchten wir auch nicht. Lächeln wir also sehr freundlich der unermüdlichen Sonne zu und genießen wir den Sommer in der Stadt.
Wozu ja auch die Ortsteile gehören - mit der Badewannenregatta in Zottelstedt zum Beispiel!
Übrigens sind noch bis zum 04.08.2010 SOMMERFERIEN – bitte ohne Islandtief!

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