27.07.2010 | Die Gradiersalinen Mitteldeutschlands

Unter dem Titel „Die Gradiersalinen Mitteldeutschlands“ präsentieren sich 4 Städte, die auf ihren historischen Verbindungen aufbauend, sich dem technisch interessierten Besucher darbieten.
Entlang gut ausgebauter touristischer Routen an Ilm, Saale und Elbe stehen die kulturgeschichtlich bedeutsamen Reste von Salzwerken, die im 18. und 19. Jahrhundert große Teile Preußens, Sachsens und Thüringens mit dem „Weißen Gold“ versorgten.
Nach der Einstellung der Salzproduktion verblieben die Gradierwerke und Gradierhäuser, Wasser- und Windkünste, Soletürme und Kunstgestänge, da man sie an allen vier Orten als wesentlichen Bestandteil der sich im Schoße der Salinen entwickelnden Soletherapie für Kurzwecke weiternutzte.
Diese beeindruckenden Anlagen dokumentieren den technischen Verstand und den Erfindungsreichtum von Kunst- und Gradiermeistern, Bergingenieuren und Salinedirigenten vor 200 Jahren. Doch diese waren auch zu ihrer Zeit nicht an einen Ort gebunden. Trotz der Grenzen herrschte eine rege Reisetätigkeit, um die Gradiertechnik und Soleversiedung aus geringhaltigen Solen zu studieren.
Zumeist vom Souverän gefördert und finanziert, wurden die dabei gewonnen Erkenntnisse zur Verbesserung der eigenen Anlagen genutzt.
Auf diesen traditionellen Beziehungen aufbauend, wollen die Vertreter von Bad Sulza, Bad Kösen, Bad Dürrrenberg und Schönebeck/Bad Salzelmen auch zukünftig ihr kulturhistorisches Potential bündeln und gegenseitig darauf aufmerksam machen. Diese attraktiven Anlagen sind eine wesentliche Bereicherung der touristischen Angebote entlang des „Blauen Bandes“ und ein herausragender Bestandteil der Industriegeschichte im mitteldeutschen Raum.
Diese Bedeutung der Salinen, als richtungsweisend für die Salzproduktion in Europa im 18. und 19. Jahrhundert, wurde mit der Aufnahme von Bad Dürrenberg in die Route der Europäischen Industriekultur (ERIH) gewürdigt.

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