28.07.2010 | Die Zugspitze

– die luftdünnste und höchste Spitze Deutschlands
Die Wetterstation vermittelt seit 1900 zuverlässig die Informationen und hat sich mit den technischen Neuerungen immer wieder gewandelt. Wetter gab es schon viel früher, genauer – als die Alpen entstanden. Dann kam eine Ewigkeit nichts. Höchstens vom blühenden oder schneebedeckten  Tal aus der ehrfürchtige Blick nach oben. Was den Gipfel weniger interessierte. Er fragte die Winzlinge, die Menschen genannt werden, nicht, wenn er sich in ein dichtes Wolkenbett  verkroch oder kurzerhand einen Wolkenpelz um den schlangen Hals legte. So verrückt waren die Menschen vor uns nun aber doch nicht, in die eisige Kälte oder des sommers in die mäßige Wärme zu gehen. Schon wieder falsch. Gegangen ist noch niemand auf die Zugspitze. Höchstens geklettert oder gefahren – seilbahnmäßig.
Mit dem Blick auf die Tiroler Seite (also Österreich) muss er geboren sein, der Gedanke, mittels einer Seilbahn nach oben zu gelangen. Gesagt und schwer getan: 1926 war die kleine Sensation perfekt und die Gondeln machten sich mit Menschen im Inneren erstmals auf den Weg. Was wohl die Frauen und Männer gedacht haben, die vordem den beschwerlich, kräftezehrenden und nicht einmal mit Halterungen oder Kiosken bestückten Weg unter die Bergstiefel nahmen? Die erste Bergfrau eroberte 1853 den eisigen Gipfel, 33 Jahre nach dem Pionier der Zugspitze Josef Naus, einem Österreicher. Er stieß wohl den Schrei des Bezwingers am 27. August 1820 ebenso laut aus wie sein Begleiter, dem Offiziersburschen Maier und dem begleitenden Bergführer Johan Georg Deutschl. Der Auftrag, den Berg zu erobern, war der Landvermessung gewidmet. Das Königlich Bairische Topographische Bureau wollte genau wissen, wie das Werdenfelser Land in Gitter und Quadrate eingeordnet werden muss. Sportliche Ambitionen gab es da weniger, doch ließ nicht mehr lange auf dich warten. Da wo es aber Bergführer gab, wird es vor der „Erstbesteigung“ auch schon Gipfelerstürmer gegeben haben. Nicht nur Ötzi war von der neugierigen Sorte, die wissen wollten, was jenseits der Berge und der nächsten Gipfel ist ...
1854 sollen bereits 22 Bergersteiger zum Gipfel gelangt sein. Wenn es eine Frau schafft ... Der sportliche Ehrgeiz war wohl auch eine Triebkraft. Zur Jahrhundertwende schrieben sich etwa 1 600 Mutige, Glückliche, Erschöpfte und Durchhalter in das Gipfelbuch. . Eine halbe Million Menschen wissen sich heute jährlich auf dem Gipfel, Japaner ebenso wie Europäer aus allen möglichen Ländern. Natürlich mit etwa eine halben Million Fotoapparaten. Doch auch hier ist die Technik gewaltig nach vorn und nach oben gekommen. Digital werden die Gipfelfotos geschossen. Möge der erste nachweislich auf dem Gipfel angekommene Alpinist Josef Naus nicht vergessen werden ...
Heuer sind es vier Bergbahnen, die den Massenansturm auf den Gipfel unterstützen: Dir Tiroler Zugspitzbahn, die Bayerische Zahnradbahn (worüber trefflich die kühnen Ingenieure berichten und plaudern) und die Eibsee-Seilbahn (seit 1963) sowie die ergänzend wirkende Gletscherseilbahn (wird fortgesetzt).


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